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AKNB-Arten = Seltenheiten

 

Selten, aber relativ regelmäßig erscheinende Arten sollen

einer der 13 Länderkommissionen  gemeldet werden,

hier der AKNB (Avifaunistische Kommission Niedersachsen/Bremen).

AKNB-Meldeliste
Auflistung der an die AKNB zu meldenden Arten ab 01.01.2015
AKNB-Meldeliste_4-1_2015.pdf
PDF-Dokument [125.1 KB]
AKNB-Meldebogen
Meldebogen für AKNB-Arten
AKNB-Meldebogen_V3-1.pdf
PDF-Dokument [563.8 KB]
Foto/(C) V.K.Prueter: Thorshühnchen K1

THORSHÜHNCHEN / Red Phalarope   (Phalaropus fulicarius)

Am 30.10.2017 zum Ausklang eines NW-Sturmes konnte ich am Wangermeer diese Limikolenart feststellen. Der Vogel befindet sich im Wechsel vom Jugendkleid zum Gefieder des 1. Winters.

Das Brutgebiet der Thorshühnchen liegt in der küstennahen arktischen Tundra, in trockeneren Gebieten immer in der Nähe von Süß- oder Brackwasser. Das Über-winterungsgebiet liegt weit vor den Küsten West- und Südafrikas. Während des Zuges über den Nordatlantik erscheint die Art bei Stürmen auch an der Nordseeküste, selten im Binnenland.

Bei den Thorshühnchen sind die Geschlechterrollen vertauscht. Die bunter gefärbten Weibchen werben in Trupps um die Männchen, die sich alleine um Brut und Aufzucht der Jungen kümmern. Gleiches gilt auch für das Odinshühnchen.

L 20-22 cm, S 36-41 cm

Sowohl Thors- als auch Odinshühnchen picken sehr emsig Insekten und deren Larven, hier vor allem Mücken, von der Wasseroberfläche und kurz darunter.

 

 

Foto/(C) V.K.Prueter

Der Jungvogel aus diesem Jahr ließ sowohl die Entdeckerin Inka Harms als auch mich ziemlich nah herankommen. Kontakt zu Menschen haben diese hochnordischen Vögel eher selten.

 

Foto/(C) V.K.Prueter 

Foto/(C) V.K.Prueter / Odinshühnchen K1

ODINSHÜHNCHEN / Red-necked Phalarope (Phalaropus lobatus)

Beobachtet werden konnte diese Limikolenart am 04.09.2017 in Schillig im westlichen Lagunenbereich. Das Exemplar ist ein diesjähriger Jungvogel im Wechsel vom Jugend- zum Schlichtkleid. Deutliche Längsstreifen auf dem Rücken im JK sowie ein dünnerer Schnabel sind erkennbare Merkmale.

Das Brutgebiet der Odinshühnchen sind Tümpel in der Tundra und im Fjäll Skandina-viens sowie auch in Island, Russland und auf den nördlich Schottland gelegenen Insel-gruppen. Es brütet tiefer im Binnenland und höher als das Thorshühnchen.

Ab Ende Juli bis in den September zieht die Art südostwärts über das osteuropäische Binnenland zur Überwinterung fernab der Küste an den Persischen Golf. Während des Zuges rastet es kaum und wird nur spärlich in Mitteleuropa beobachtet.

Bei den Odinshühnchen sind die Geschlechterrollen vertauscht. Die bunter gefärbten Weibchen werben in Trupps um die Männchen, die sich alleine um Brut und Aufzucht der Jungen kümmern. Gleiches gilt auch für das Thorshühnchen.

L 17-19 cm, S 30-34 cm

Steppenweihe / Foto: V.K.Prueter

STEPPENWEIHE / Pallid Harrier   (Circus macrourus)

Am 10.05.2016 an der Lagune in Schillig war ich auf der Suche nach einer Unterart der Schafstelze. Stelzen waren etliche vor Ort, aber auch andere Vogelarten. So suchte eine Kornweihe entlang der Dünenkante nach Nahrung und kurz vor dem Ende der Beobachtungszeit auch noch ein Rohrweihen-Terzel. Zwischenzeitlich tauchte noch eine dritte Weihe auf, die ich nicht bestimmen konnte. Einige Fotos gelangen auf größere Entfernung.

Ich bat Andreas Michalik, ein mir bekannter Ornithologe, um Hilfe. Sowohl er als auch ein zweiter zu Rate gezogener Ornithologe, Micha A. Neumann, bestimmten den Greif als Steppenweihe.

Die Art gehört zur Gattung der Weihen aus der Familie der Habichtartigen. Ihr Bestand ist im Laufe des 20. Jahrhunderts dramatisch zurückgegangen, in den Balkanländern z. B. ist sie verschwunden. Das Verbreitungsgebiet reicht von Osteuropa bis Zentralasien. Nennenswerte europäische Brutbestände gibt es nur noch in Russland, in der Ukraine und am Don kommt sie auch als Brutvogel vor. Die Überwinterungsgebiete liegen in Myanmar, Indien und in Afrika südlich der Sahara. Steppenweihen leben in grasbewachsenen Ebenen, Steppen, Halbwüsten, Sumpf- und Marschlandschaften, wo sie sehr kleinräumige Jagdreviere beanspruchen. Im Sommer besteht die Nahrung vornehmlich aus Kleinsäugern, aber auch aus Singvögeln. Das größere Weibchen ist in der Lage, auch Entenvögel und Raufußhühner zu schlagen (Infos WIKIPEDIA). L 40-50 cm, S 97-118 cm

Seidenreiher / Foto: Volker K. Prueter

SEIDENREIHER / Little Egret    (Egretta garzetta)

Dieser adulte Vogel hielt sich schon länger im Bereich des Elisabethgroden auf, doch konnte ich ihn erst am 07.06.2015 bei direkter Suche entdecken und fotografisch festhalten. Auf den 1. Blick könnte man ihn mit dem Silberreiher verwechseln, der aber deutlich größer ist. Zudem hat der Seidenreiher gelbe Füße und im Prachtkleid Schmuckfedern am Kopf.

Die Art gehört zur Familie der Reiher in der Ordnung der Schreitvögel. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Südeuropa über große Teile Afrikas und Kleinasiens bis nach Japan. Einzelne Individuen erscheinen immer mal wieder in Zentraleuropa.

L 55-65 cm, S 88-106 cm

EISTAUCHER / Great Northern Loon   (Gavia immer)

Dieses Individuum hielt sich auf dem Wieltsee bei Weyhe (südlich Bremen) auf und ist ein Jungvogel aus 2015, also ein K1. Erkennbar ist dies am hellen Wellenmuster des Rückengefieders. Ein Altvogel im SK weist dieses Muster nur sehr schwach auf. L 73 - 88 cm (+ Füße ca. 13 cm), S 122 - 148 cm

Die Art brütet an großen, tiefen Seen und Buchten in Taiga und Tundra, hauptsächlich im nördlichen Nordamerika. Etwa 300 Paare brüten auf Island. Die Überwinterung erfolgt an den Küsten N-Amerikas und Europas. Regelmäßig tauchen wenige Individuen an den Küsten Mitteleuropas von November bis März auf. Die überwiegend aus Fisch bestehende Nahrung wird meist aus einer Tiefe von 3 - 10 m geholt, ohne weiteres aber auch tiefer. Der Eistaucher ist der Nationalvogel Kanadas.  (23.11.2015)

Pazifische Ringelgans (Mi.) / Foto/(C) V. K. Prueter

Pazifische Ringelgans / Brant Goose   -Branta bernicla nigricans-

 

Die Ringelgans als Art gehört zur Gattung der Meergänse (Branta) ebenso wie Kanada-,  Weißwangen- (Nonnen-) und Rothalsgans; wissenschaftlicher Name der Ringelgans: Branta bernicla. 

Sie wird in drei Subspezies (Unterarten) unterteilt: Branta bernicla bernicla (dunkelbauchige Rig.), Branta b. hrota (hellbauchige Rig.), Branta b. nigricans (Pazifische Rig.).

B. b. bernicla brütet in Nordsibirien zwischen dem 65. und 80. Breitengrad, überwintert hauptsächlich im Wattenmeer von D und NL sowie Südengland und ist damit die bei uns am häufigsten auftretende Ssp.;   schon erheblich seltener erscheint B. b. hrota, deren Brutgebiete Nord-Grönland, Spitzbergen, Franz-Joseph-Land sowie Teile Nord-Kanadas umfasst. Sie überwintert hauptsächlich in DK und auf den Britischen Inseln.

Am seltensten erscheinen bei uns Individuen der Ssp. B. b. nigricans, deren Brutgebiet in Ostsibirien sowie nordwestliches Nordamerika zwischen dem 160. und 80. Längengrad liegt. In Europa ist sie eine seltene Erscheinung und daher der AKNB zu melden.

B. b. nigricans ist unter den mehr oder weniger großen Trupps von B. b. bernicla nicht leicht zu entdecken. Am auffälligsten sind die weißlichen Flanken sowie große, am Vorderhals breiter werdende und oft sogar zusammentreffende weiße Halsseitenflecken. Beide Merkmale zeigt das mittlere Exemplar auf dem Foto oben zwischen zwei B. b. bernicla.           (10.01.2016, Horumersiel)

Evt. war am 28.01.16 eine 2. Branta b. nigricans in Schillig (Vogel li.). Die Hals-seitenflecken sind nicht identisch mit dem Vogel vom 10.01.

Halsseitenflecken vorne .....
....und hinten verbunden
Gelbkopf-Schafstelze (Englische Schafst.) / Foto: Hans-Joachim Peter

GELBKOPF-SCHAFSTELZE / Western Yellow Wagtail

(Motacilla flava ssp. flavissima)

Diese Unterart der Schafstelze ist in Großbritannien beheimatet, weshalb sie auch als Englische Schafstelze bezeichnet wird. Am 17.04.16 sah ich auf dem Schilliger Grünstrand zunächst nur das Weibchen und hakte sie als Wiesenschafstelze ab, mit der es eine große Ähnlichkeit hat. Hinter einem Strandkorb kam dann der 2. Vogel  hervor, welchen ich anhand des gelben Brust-Bauch-Gefieders als Schafstelze identifizierte, doch die Kopffärbung war deutlich anders als bei der Wiesenschafstelze. Scheitel und Nacken waren gelbgrün, der Überaugenstreif gelb. Letzterer ist bei der Wiesenschafstelze weiß, erstere blaugrau. Nachschlagen im Vogel-Handbuch ermöglichte die Bestimmung. Leider wurden die beiden Individuen durch Spaziergänger aufgescheucht und waren nicht wiederzufinden, so dass mir ein Beweisfoto fehlt.

Auf ornitho konnte ich vier Tage später nachlesen, dass der Vogel sowohl am 18. als auch am 20.04. entdeckt wurde. Am letzteren Datum konnte Hans-Joachim Peter sogar ein Beweisfoto schießen. Auf Anfrage war er so nett, mir sein Beweisfoto zur Verfügung zu stellen, so dass das Aussehen des Vogels visuell und nicht nur verbal deutlich wird. L 15-16 cm   Kategorie R / - 

Am 05.05.16 entdeckten die Beringer des IMS zwei Individuen bei Schillig und konnten eines auch beringen. 

Gelbkopf-Schafstelze, gefangen u. beringt / Foto: Micha A. Neumann

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Aktualisiert am:

23.02.2018

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