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Vogelforschung aktuell

Monitoring von Vögeln

Nicht nur an den deutschen Küsten werden Vögel erfasst, auch im bundesweiten Binnenland. Diese Daten, die z. B. in Niedersachsen bei der Staatlichen Vogelschutz-warte im NLWKN gesammelt werden, werden wissenschaftlich ausgewertet. Sie geben u. a. einen Überblick über die Entwicklung der einzelnen Arten und ihrer jeweiligen Bestände. Wer interessehalber einmal hineinschauen möchte, hat hier die Gelegenheit zum Download der Dateien.

Vögel in Deutschland - Erfassung von Brutvögeln
statusreport_erfassung_von_brutvoegeln.p[...]
PDF-Dokument [7.0 MB]
Vögel in Deutschland - Erfassung rastender Wasservögel
Quelle: www.dda-web.de/
statusreport_erf_rast_wasservoegel_ebook[...]
PDF-Dokument [8.6 MB]
Vögel in Deutschland - Übersichten zur Bestandssituation
statusreport_uebersichten_bestandssituat[...]
PDF-Dokument [6.8 MB]

Rätsel um Krankheit unter Blaumeisen gelöst

Experten des LAVES (Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicher-heit) haben das Rätsel um das Vogelsterben, meist von Blaumeisen, gelöst.

"Die bei uns untersuchten Tiere sind alle an einer Lungenentzündung gestorben, für die das Bakterium Suttonella ornithocola der Auslöser war."

Es handele sich um ein Bakterium, das 1996 in England und Wales erstmals für ein massives Meisensterben verantwortlich gemacht wurde. 2018 wurde das Bakterium im Zusammenhang mit einem Versterben von Meisen erstmalig in Nordrhein-Westfalen beschrieben. Ein Gefährdungspotenzial für Menschen oder andere Tiere scheine nicht zu bestehen, hieß es von Seiten des LAVES mit Verweis auf die noch spärliche Datenlage.

Quellen: ZDFtext 22.04.2020, S. 152 ; NWZ 2020-04-23, S.17

Meisensterben - NABU bittet um Mithilfe
Pressemitteilung des NABU-LV Niedersachsen
NABU NI PM 2020-04-16 meisensterben.pdf
PDF-Dokument [141.0 KB]

Mehr Mais, weniger Brachen: Feldvögel verschwinden nach tiefgreifenden Änderungen in der Agrarlandschaft

Vogelarten, die in Agrarlandschaften brüten, sind überdurchschnittlich stark bedroht: Selbst früher häufige Begleiter des Landwirts, wie Feldlerche oder Kiebitz, werden immer seltener. Andere, wie die Turteltaube, sind in vielen Regionen Deutschlands bereits ausgestorben.
Die generellen Ursachen für den Schwund der Feldvögel sind bekannt: Eine immer intensivere Landwirtschaft mit größeren Feldern und Traktoren, und wirksamere Pestizide, die Insekten als Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten dezimieren.
In einer neuen Studie stellen Mitarbeiter des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) und des Bundesamts für Naturschutz (BfN) nun dar, wie sich großflächige Änderungen in der Struktur der Agrarlandschaft und den angebauten Feldfrüchten auf die Feldvogelbestände ausgewirkt haben.
Mithilfe von statistischen Modellrechnungen wurden Zusammenhänge zwischen der jährlichen Häufigkeit von zwölf Feldvogelarten im Zeitraum 1991 bis 2013 und der Fläche verschiedener Landnutzungsarten dargestellt. Die Datengrundlage für die vorliegende Untersuchung lieferte das Monitoring häufiger Brutvögel des DDA, ein bundesweites Bürgerwissenschaften-Programm.
Insbesondere die zunehmende Maisanbaufläche wirkte sich negativ auf die Brutpaarzahlen vieler Arten aus. Hohe Anteile von Grünland und Brachflächen waren dagegen positiv für die untersuchten Arten. Dies zeigt nun erstmals auf bundesweiter Ebene, dass Feldvögel stark unter der großflächigen Umwandlung von Grünland zu Ackerland, und unter dem Wegfall der EU-Stilllegungsflächen ab dem Jahr 2007 gelitten haben. Betroffen sind weit verbreitete Arten wie Star und Feldlerche, aber auch das Braunkehlchen, eines der Sorgenkinder des Vogelschutzes.
Die Studie zeigt auch, dass die Bestandsentwicklung der betrachteten Vogelarten in verschiedenen Regionen Deutschlands weitgehend parallel lief – dies ist nicht verwunderlich, denn die untersuchten landwirtschaftlichen Prozesse betreffen ganz Mitteleuropa.
Neben der Landnutzung können weitere Faktoren die Bestandsentwicklung von Vogelarten beeinflussen. Unklar war etwa, ob die Ursachen für Verluste bei einigen Zugvögeln der Agrarlandschaft nicht vielleicht eher im afrikanischen Überwinterungs-gebiet zu suchen sind. Dies scheint nach den neuen Ergebnissen nicht der Fall zu sein: Im Vergleich zu den Landschaftsänderungen im deutschen Brutgebiet zeigten klimatische Bedingungen in der Sahelzone Afrikas kaum einen Effekt auf die jährlichen Häufigkeiten von vier untersuchten Langstreckenziehern.
Die Studie ist in der Fachzeitschrift
Bird Conservation International erschienen.

Quelle: DDA-Newsletter 2020-01-17

Wasser-/ Watvogelzählung (WVZ)

Ein Mal im Monat an einem Wochenende werden bundesweit die Bestände der Wasser- und Watvögel erfasst. An der Nordseeküste erfolgt dies sogar durchschnittlich alle 14 Tage, da hier die Gezeiten eine gewichtige Rolle spielen. Zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hochwasser (HW) ist meist die optimale Zeit, da dann die Vögel aus der Weite des Wattenmeeres an die Küste gedrängt werden und sich so recht gut erfassen lassen.

Die Zählung geschieht so genau wie möglich, doch lassen sich große Ansammlungen einzelner Arten nur schätzen. Dazu braucht es Übung und Erfahrung. Zum Üben ist das Foto gut geignet.

Terminübersicht Wasser- und Watvogelzählung 2020 in Niedersachsen
WaVo_Zaehltermine2020n.pdf
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Wie viele Birkenzeisige sind zu sehen?

Das Foto (31.03.18, Heidm.) von J. Hinrichs ist gut geeignet, das Schätzen zu üben.

Die Lösung findet sich bei der Art unter Zugvögel --> A - G.

Dramatischer Abwärtstrend bei den Feldvögeln hält an 

Die Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) hat mit Unterstützung des DDA ermittelt, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen ist. Die Bestands-rückgänge von Rebhuhn (89 Prozent seit 1992), Kiebitz (88 Prozent seit 1992), Feldlerche (45 Prozent seit 1992) und vieler weiterer Arten halten nicht nur an, sie haben sich sogar noch beschleunigt.
In der Analyse berücksichtigt wurden die neuesten Daten aus dem Vogelschutzbericht 2019 mit Bestandsdaten bis 2016, die das Bundesumweltministerium im Juli 2019 der EU übermittelt hat.
Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen, die Einengung der Fruchtfolgen, z.B. durch den vermehrten Maisanbau für Biogasanlagen, Eutrophierung und Verlust von ökologisch wertvollem Dauergrünland. Auch das mit der aktuellen EU-Agrarförderperiode eingeführte so genannte „Greening“ habe wegen des zu geringen Flächenansatzes und der Anrechenbarkeit von wenig wirksamen Maßnahmentypen nicht zur Verbesserung der Bestandssituation der Agrarvögel beigetragen.

Quelle: https://www.dda-web.de/#2019_10_22_der_dramatische_abw , abgerufen 2019-10-23

 

weitere Infos: https://www.nabu.de/news/2019/10/27120.html

Abwärtstrend bei Feldvögeln
Der dramatische Abwärtstrend bei den Feldvögeln hält an. Die Fachgruppe "Vögel der Agrarlandschaft" der DO-G hat dies anhand der vom Bundesumweltministerium an die EU im Juli 2019 übermittelten Zahlen festgestellt.
NABU NI PM 2019-10-22 Feldvögel.pdf
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Digitales Infosystem „Vögel der Schweiz“

Die Schweizerische Vogelwarte präsentiert auf ihrer Website www.vogelwarte.ch

in der Datenbank „Vögel der Schweiz“ die mehr als 400 Vogelarten der Schweiz im Detail. In der komplett überarbeiteten und modernisierten Datenbank können nun Arten auch direkt miteinander verglichen werden. Zudem ist nun die gezielte Recherche mit Filtern möglich. Jedes Porträt der 210 Brutvögel der Schweiz wird von den neuesten Informationen über den Zustand und die Bestandsentwicklung der Art aus dem Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016 begleitet.

https://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/

Quelle: DDA-Newsletter vom 21.08.2019

Uferschnepfe fliegt in Rekordzeit ins Überwinterungsgebiet
Uferschnepfe fliegt in Rekordzeit ins Üb[...]
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Neue Daten zeigen: Kiebitz im Sinkflug -

ehemals häufiger Wiesenvogel hat um 88 Prozent abgenommen

Noch vor etwa 30 Jahren sah und hörte man den Kiebitz fast überall auf Deutschlands Feldern. Doch neue Daten zeigen: Seit 1992 ist der Bestand dieser Charakterart unserer Agrarlandschaft um 88 Prozent eingebrochen, wie der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) mitteilte.
„Dem Kiebitz geht es noch deutlich schlechter als bislang befürchtet. Er teilt sein Schicksal mit Feldlerche, Rebhuhn und Co., deren Populationen sich ebenfalls in rasantem Sinkflug befinden“, sagte Christoph Sudfeldt, Geschäftsführer des DDA anlässlich einer Veranstaltung zur künftigen EU-Agrarpolitik in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins in Berlin.
Gemeinsam diskutierten der NABU, die Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Landwirtschafts- und Umweltministerium Anke Erdmann sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Deutschen Bauernverbands, wie die EU-Agrarpolitik umgestaltet werden muss, um den massiven Artenverlust auf Wiesen und Feldern zu stoppen. Derzeit laufen in Brüssel die Verhandlungen zu dem mit Abstand größten Posten des EU-Haushalts. Rund 60 Milliarden Euro vergibt die EU jedes Jahr an Agrarsubventionen, 114 Euro fließen pro EU-Bürger an Steuergeldern in den Agrarhaushalt. Bislang werden diese Gelder fast ausschließlich nach Flächenbesitz vergeben – ungeachtet dessen, ob auf den Wiesen und Feldern umweltverträglich gearbeitet wird oder nicht.
Fünf Jahre lang erprobte der NABU gemeinsam mit Landwirten, wie Kiebitze besser geschützt werden können. Als besonders erfolgreich erwiesen sich „Kiebitzinseln“. Diese kurzzeitigen Brachen innerhalb von Äckern ermöglichten es den Tieren und vielen weiteren bedrohten Vogelarten erfolgreich zu brüten. Auch das Markieren von Nestern trug dazu bei, die Vögel bei der Feldbearbeitung erfolgreich zu umfahren. Im Grünland rät der NABU zudem dazu, Flächen zu vernässen. Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt umgesetzt.
Für den Schutz von Wiesenvögeln gibt es viele funktionierende Ansätze. Doch die besten Maßnahmen nützen nichts, wenn sie nicht auch entsprechend finanziert und umgesetzt werden. Die EU-Agrarpolitik muss jetzt grundlegend naturverträglicher werden. Sie muss Landwirte für ihren Schutz von Umwelt, Natur, Klima und Biodiversität besser entlohnen. Andernfalls droht der Kiebitz hierzulande bald auszusterben“, mahnte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Er forderte, im künftigen EU-Haushalt 15 Milliarden Euro für jene Landwirte zu reservieren, die Naturschutz-maßnahmen umsetzen. Aus diesem Fonds könnten etwa die erfolgreich erprobten Kiebitzinseln finanziert werden.
Zudem müssten künftig die Naturschutzverwaltungen bei der Ausgestaltung der Naturschutzförderung federführend sein. Nur so würden Steuergelder optimal für die Natur eingesetzt, sagte der NABU-Präsident. Zugleich müssten umweltschädliche Subventionen abgeschafft und klare, EU-weite Umweltstandards definiert werden, um den nachhaltigen Umbau der Landwirtschaft zu ermöglichen. Andernfalls drohten künftig milliardenschwere Blankoschecks an die Mitgliedstaaten verteilt zu werden – und damit ein Rennen um die niedrigsten Umweltstandards.
„Der markante Ruf des Kiebitzes ist auch bei uns in Schleswig-Holstein leider viel zu selten zu hören. Unser Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine gesunde Kiebitzpopulation zu verbessern und die Zahl der Tiere nicht nur in den Schutzgebieten, sondern auch auf unseren Wiesen und Feldern zu vergrößern. Dazu müssen wir die gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten sowie den Naturschutzverbänden entwickelten Schutzmaßnahmen weiter intensivieren und vorantreiben und so einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt im Norden leisten“, ergänzte Anke Erdmann, Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Landwirtschafts- und Umweltministerium.

Quelle: NABU-Pressemitteilung 2018-11-27

Besenderte Weißstörche

Durch den NABU wurden Störche mit Sendern versehen. Die Zugrouten dieser Individuen können auf einer interaktiven Karte verfolgt werden. Durch Entfernen / Setzen von Häkchen lassen sich die Flugrouten der einzelnen Exemplare nachvollziehen.

https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/karte-gross/

TV – Dokumentation auf ARTE am 21.10.2017

Singvögel in Not

(Exzerpt)

 

Es existieren mehr als 5.000 Singvogelarten auf der Erde, deren Bestände Statistiken zufolge weltweit in den letzten 40 Jahren um ca. 50% geschrumpft sind.

Ornithologen des Max-Planck-Instituts schätzen, dass jährlich 10 Milliarden (!) Zugvögel auf ihrer Reise getötet werden.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

1. Lebensraumverlust: durch Abholzung, Anbau von Nutzpflanzen in Monokulturen usw. (erforscht in Costa Rica, Kanada)

2. Urbanisierung: Spiegelnde Fensterscheiben an Glasfassaden bilden tödliche Gefahren. (erforscht in Kanada, USA)

3. Lichtsmog: Nachts hell erleuchtete Städte beeinträchtigen den präzisen Orientierungssinn und den Biorhythmus der Zugvögel. (erforscht in USA)

4. Lärmverschmutzung: Sie beeinträchtigt die Kommunikation und damit das Fortpflanzungs-verhalten der Vögel erheblich, einerseits bei der Findung einer Partnerin, zum anderen werden die Bettelrufe der Jungen nicht mehr gehört. (erforscht in Niederlande, Kanada)

5. Hauskatzen, in besonderem Maße sog. Freigänger und verwilderte Hauskatzen, deren Bestand sich verdreifacht hat (USA); Wissenschaftler schätzen, dass jährlich 1,4 Milliarden Singvögel dieser einen (unnatürlichen) Prädatorenart in Nordamerika und Europa zum Opfer fallen. Dabei wurde anhand vorliegender Daten die niedrigste Zahl frei laufender Katzen zur kleinsten Zahl getöteter Singvögel ins Verhältnis gesetzt. (erforscht in USA)

6. intensive Landwirtschaft: Der Einsatz von Pestiziden und der Anbau von Nutzpflanzen in Monokulturen führen zu einer mangelnden Pflanzenvielfalt und einem damit einhergehenden Insektenschwund. (erforscht in Kanada)

7. Pestizideinsatz: Neonicotinoide werden zur Behandlung der Samen eingesetzt, so dass die Pflanzen von Beginn des Wachstums an geschützt sind; Einsatz von Insektiziden führt zu fehlender Nahrung für Insektenfresser. (erforscht in Kanada)

8. Vogelfang/ -jagd: Jagd auf Singvögel in EU-Staaten, z. B. Frankreich, Italien, Malta u.a., wird von Behörden trotz Verbotes nicht verfolgt; massenhafter Vogelfang (für Verzehr) an der ägyptischen Mittelmeerküste

9. Klimaerwärmung führt zur Verschiebung der Lebensräume nach Norden oder in höhere Lagen, zum Verschwinden der Gletscher und den von ihren Schmelzwässern abhängigen Biotopen. (erforscht in der Türkei)

Wie Zugvögel das Längengrad-Problem lösen
Zugvögel lösen Längengradproblem.pdf
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Aktualisiert am:

21.09.2020

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