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Konflikte auslösend:

Der (Grau-)Wolf (Canis lupus)

Jagd auf "GW717m" geht weiter

Der bei Dörverden tot aufgefundene Wolf - erste Inaugenscheinnahme deutete auf einen illegalen Abschuss hin - wurde von einem Hund oder anderem Wolf tot gebissen. Genauere Untersuchungen dazu laufen noch.

Er ist nicht identisch mit "GW717m", sondern war ein alter Rüde vom Truppenübungsplatz Bergen.

Verlängerung der Abschussgenehmigung bis 30.Nov.

Quelle: NWZ 2019-11-08, S. 5

Wolfshatz in Schleswig-Holstein

Wolfshatz geht weiter

Verlängerung der Abschussgenehmigung bis 31.Okt.

Quelle: NWZ 2019-09-28, S. 1

Wölfe ohne Sender stellen Minister vor Problem

Quelle: NWZ 2019-09-13, S. 6

Auszug

Umweltminister O. Lies (NI) gehen die Pläne des Bundesumweltministeriums nicht weit genug (Künftig dürfen nach Wolfsrissen auch dann Wölfe geschossen werden, wenn nicht klar ist, welches Tier genau zugebissen hat. Ein Abschuss ist so lange möglich, bis es keine weiteren Risse gibt. Das kann auch bedeuten, dass ein ganzes Rudel geschossen wird. Allerdings muss jeder Abschuss vorher von den Landesbehörden genehmigt werden. Künftig sollen "ernste Schäden" für Nutztierhalter als Grundlage für eine Genehmigung ausreichen. [ s.u. "Abschuss von Wolf leichter möglich"] ).

Lies fordert für die Länder Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen - hier leben ausge-prägte Wolfspopulationen - eine differenzierte Betrachtung der Regionen.

Bislang gelang es in NI nicht, auch nur einen einzigen Wolf zu besendern, was die Hatz auf "GW717m" so schwierig macht.

Problem-Wolf nicht zu fassen

Warum das Land bei 'GW717m' dennoch nicht locker lässt

Quelle: NWZ, 2019-08-30, S. 1

Auszug

Da der Rodewalder Wolfsrüde sich bislang erfolgreich seiner Tötung entziehen konnte, deutete das niedersächsische Umweltministerium auf Nachfrage der NWZ eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung an, die am 31.08. auslaufen würde. Die Genehmigung werde erst auslaufen, "sobald die Gefahr erheblicher Schäden nicht mehr angenommen werden kann."

Aktuell seien diese Schäden nicht erkennbar, denn der letzte, eindeutig 'GW717m' zu-zurechnende Riss, ein Schaf, stamme vom 14. Juli des Jahres. Spätere eindeutige Nach-weise des Rüden lägen nicht vor. Die Entnahme des Tieres, unter höchstmöglicher Schonung der übrigen Rudelmitglieder, sei schwierig. Störer sowie die Stimmung in den sozialen Medien erschweren die Entnahme zudem. Dabei würden aber alle tier- und artenschutzrechtlichen Belange berücksichtigt.

Jagd auf Problemwolf kostet Land schon mehr als 83.000 Euro

Eine GRÜNEN-Anfrage bringt zutage: mehr als 83.000 € für eine erfolglose Jagd auf den Rodewalder Rüden ausgegeben, mehr als die Hälfte davon an einen unbekannten, nicht näher spezifizierten "Dienstleister", zu dem das Umweltministerium keine weiteren Angaben macht. Die Tötungslizemz gilt bis 31.August.

Quelle: NWZ 2019-08-08, S. 6

 

persönliche Meinung: Bei der bislang ausgegebenen Geldsumme und dem Rufver-lust des leider weiterhin tätigen Umweltministers wird die Lizenz bis zum St. Nimmerleins-Tag verlängert. Immerhin hätte man damit mindest 83 evt. geris-sene Rinder ersetzen können, sofern es denn 1.000 € pro vom Wolf getötetem Rind gibt.

Ich frage mich auch, wovon denn das Rudel um den Wolf wohl seit Anfang des Jahres lebt? Von Nutzviehrissen ist nichts zu lesen und die hätte das Ministerium bestimmt sofort bekannt gegeben, um die beabsichtigte Tötung zu untermauern. Wild ist also ausreichend vorhanden.

Denkt man noch weiter um die Ecke, könnte der Verdacht aufkommen, dass bewusst nach einem Vorwand zu einem Wolfsabschuss gesucht wurde. Der Rüde kam gerade zupass, weil er 2-3 schlecht geschützte Rinder gerissen hat.

 

Näheres unter folgendem Link:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Wolfsjagd-83000-Euro-und-doch-kein-Abschuss,wolf4074.html

Lizenz zum Töten von Wolf verlängert   Quelle: NWZ 2019-08-01, S. 6

Ministerium behält Wolf im Visier

Abschussgenehmigung wird voraussichtlich noch mal verlängert

Auszug aus dem Artikel

Problemwolf GW717m, seit Ende Januar zur Tötung freigegeben, wird durch Verlängerung der Abschussgenehmigung über den 30.06. hinaus (wohl bis 31.07.) weiterhin im Visier von Jägern bleiben. Er soll sich immer noch in dem 600 qkm großen Areal im Kreis Nienburg aufhalten. Störungen (lautstarke Waldbesuche, Nachtwande-rungen) hätten die Tötung bislang erschwert. Gründe für den Abschuss des Rüden: s.u.

Quelle: NWZ 2019-06-27, S. 6

Vom Umgang mit dem Wolf in der Slowakei

 

Viel Diplomatie, ein wenig Jagd

 

In der Slowakei waren Wolf, Bär und Luchs niemals verschwunden. Wie lebt man in diesem Land mit den großen Fleischfressern? In den Tatra-Bergen im Osten des Landes hat Dr. Alexander Will den Zoologen Robin Rigg getroffen und mit ihm darüber gesprochen.

 

Frage: Wie steht es um die Konflikte zwischen Mensch und Wolf in der Slowakei?

Rigg: Es gibt mit Sicherheit Konflikte. Wölfe sind Raubtiere. Also töten sie, um zu fressen. Und manchmal trifft es Herdentiere. Aber in unserer Gegend gibt es eine Menge natürliche Beute, und daher besteht 90 Prozent der Nahrung der Wölfe in der Tatra aus Rothirsch, Reh und Wildschwein. Es gibt Angriffe auf Nutzvieh. Das geschieht aber eher gelegentlich. Die Intensität solcher Konflikte auf bestimmten Höfen hat vor allem damit zu tun, wie das Vieh gehütet wird. Wenn Bauern ihre Herden in der Nacht in einen Hof oder einen Pferch bringen, ist es sehr sicher. Sie haben typischerweise viel weniger Verluste als Landwirte, die ihre Herden draußen lassen. Wenn sie es mit Schäfern, Hunden und guten Elektrozäunen schützen, haben sie noch einmal weniger Verluste als Tierhalter, die das nicht so intensiv tun.

Frage: Wie wird die Wolfspopulation gemanagt?

Rigg: Wir sind in einer Phase des Umbruchs. Bis vor Kurzem hat man Management so verstanden, dass man die Zahl durch Jagd möglichst niedrig hält. 1975 gab es dann das erste Gesetz zum Schutz des Wolfes. Fallen und Vergiften wurden zum Beispiel verboten, und es wurde eine Schonzeit erlassen. Eine weitere große Veränderung kam 2009/2010. Erstmals wurde eine Quote eingeführt. Die war zu Beginn aber sehr hoch und wurde noch weiter erhöht. Es gab Jahre, da betrug sie 140 bis 150, und das ist für ein kleines Land wie die Slowakei sehr viel.

Frage: Und dann kam die EU ins Spiel?

Rigg: Ja. 2013 intervenierte die EU. Sie hat die slowakische Regierung aufgefordert, ihre Management-Methoden zu erklären und zu rechtfertigen. Daraufhin wurden die Regeln verschärft. Es wurden zum Beispiel Zonen ausgewiesen, in denen die Jagd komplett verboten ist.

Frage: Das sind…?

Rigg: Dabei handelt es sich um die Natura-2000-Gebiete, in den der Wolf als zu schützende Spezies ausgewiesen ist, und um Grenzregionen, in denen die Population Grenzen überschreitet: im Wesentlichen die gesamte Grenze mit Polen, Teile der Grenze mit Tschechien und einige Gebiete an der ungarischen Grenze. In den vergangenen Jahren wurde auch die Abschussquote stark reduziert. Im letzten Jahr waren es 70 Wölfe. Zudem wurden einige neue Regeln eingeführt, um sicherzustellen, dass Jäger gesetzeskonform vorgehen. Alles in allem haben diese Regeln die Wolfsjagd schwieriger gemacht. Damals wurden die hohen Quoten ausgeschöpft. Heute selbst die halb so hohen nicht.

Frage: Was muss eine Regierung Ihrer Erfahrung nach tun, um die Koexistenz von Wolf und Mensch zu ermöglichen? Gibt es da ein politisches Rezept?

Rigg: Auch in der Slowakei ist nicht alles perfekt. Und es kann sein, dass es keine perfekte Lösung gibt. Es kann sein, dass es keine Lösung gibt, mit der alle Probleme verschwinden. Aber man kann Probleme sehr weitgehend abmildern. Und der Schlüssel dazu ist, dass man mit den Menschen zusammenarbeitet, auf sie zugeht – etwa auf Landwirte, die Angst um ihre Herden haben. Wenn ich mich in Europa umsehe, dann waren die erfolgreichsten Initiativen diejenigen, die auf die Landwirte zugegangen sind, und eben nicht gesagt haben: „Was soll’s? Die paar Schafe?“ Es waren die Initiativen, die mit den Leuten zusammengearbeitet haben. Und dann natürlich braucht es konkrete Maßnahmen: Präventivmaßnahmen helfen mit Sicherheit – Elektrozäune, Schutzhunde. All das ist effektiv, wenn es richtig gemacht wird.

Frage: Was macht Ihre Vereinigung in dieser Hinsicht?

Rigg: Unser erstes Projekt, das zwischen 2000 und 2005 lief, war ein Projekt mit Herdenschutzhunden. Das war eine alte Tradition in der Slowakei. Die meisten Höfe hatten noch ihre Hunde. Während des Kommunismus aber ist man dazu übergegangen, die Hunde anzuketten, statt sie, wie es traditionell der Fall war, frei laufen zu lassen. Sie waren also in der Nacht in der Nähe der Herden angekettet. Das bedeute, sie konnten Raubtiere nicht aktiv vertreiben. Sie konnten Alarm bellen. Aber manchmal gehen Wolfsangriffe so schnell über die Bühne, dass, wenn der Schäfer aus dem Bett ist und vor die Tür geht, es schon zu spät ist. Daher haben wir die Landwirte ermutigt, die traditionelle Art und Weise wieder aufzunehmen, nämlich die Welpen mit der Herde aufwachsen zu lassen, um sie aneinander zu gewöhnen. Dann waren die Hund auch am Tag immer bei der Herde. Wir haben nämlich herausgefunden, dass so mancher Wolfsangriff am Tag stattfand. Wölfe sind intelligent und flexibel, und sie suchen gezielt Systemschwächen. Wenn die Herde in der Nacht gut geschützt in einem Pferch untergebracht ist, aber am Tag einfach frei auf der Weide grast, kann es möglich sein, dass sie eben am Tag angreifen.

Frage: Das ist faszinierend…!

Rigg: Ja – ich habe einmal in Georgien als Berater gearbeitet, und dort geschah genau das, und wir waren sehr überrascht: Angriffe in der Nacht gab es kaum. Die Schäfer haben in vielen Fällen draußen bei ihren Herden geschlafen. Und alle hatten Herdenschutzhunde in der Nacht dabei. Die Schafe waren also in der Dunkelheit sehr gut geschützt – aber eben nicht am Nachmittag. Und genau dann haben die Wölfe angegriffen! Am Nachmittag! Sie sind wirklich clever und sehr anpassungsfähig.

Frage: Nun ist die Bevölkerungsdichte in Deutschland ja sehr viel höher als hier in der Slowakei. Glauben Sie, dass Wolf und Mensch auch in solchen dichter besiedelten Gebieten zusammen leben können?

Rigg: Ja! Das glaube ich! Ich denke, die Erfahrung zeigt das. In Italien, in der Region Grosseto, wo ich oft war, gibt es so ein Projekt, wie ich es erwähnt habe. Dort werden die Landwirte einbezogen, und man versucht, gemeinsam Lösungen zu finden. Dort gibt es einen Hof oberhalb der Stadt, nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt. Dort gab es Wolfsangriffe, und wir haben eine Lösung erarbeitet. Es lief auf einen Zaun hinaus und auch auf Hunde innerhalb des Zauns. So – ja, glaube ich, das geht.

Hintergründe zu Wölfen und anderen Raubtieren in der Slowakei.

Frage: Aber Wölfe sind nun ja eigentlich weltweit eher in abgelegenen Gebieten beheimatet...?!

Rigg: Das eine dieser Fehlwahrnehmungen. Wahrscheinlich kommt es daher, dass einst, als die Menschen die Wolf scharf bejagt haben, es diese Gebiete waren, in denen die Wölfe überleben konnten. Dort konnte der Mensch sie nicht finden. Doch wenn man ihnen eine Chance gibt, an der Seite von Menschen zu leben, dann kommen sie ganz gut auch in Gebieten zurecht, in denen Menschen leben und arbeiten. Das ist natürlich eine Frage, wie tolerant Menschen sind. In unserer Region finden wir oft Spuren von Wölfen sehr nah an Dörfern. Die kommen aber nicht, weil Menschen dort sind, sondern, weil sie dort Beute finden. Im Winter gibt es in den Tatra-Bergen viel Schnee, viel Wind und sehr niedrige Temperaturen. Darum kommen viel Beutetiere in die Täler herunter, und dort leben eben auch die Menschen. Wolf, Bär und Luchs folgen ihren Beutetieren, und das bringt sie in die Nähe der Dörfer.

Quelle: https://www.nwzonline.de/plus/will-macht-europa-interview-viel-diplomatie-ein-wenig-jagd_a_50,4,3734931503.html   abgerufen am 25.06.2019

Breites Verbändebündnis aus Naturschutz und Tierhaltern:

Wolf und Herdenschutz zusammen denken

https://www.nabu.de/news/2019/06/26516.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=190614+NABU-News

Jagd auf Problemwolf geht weiter

Niedersachsen setzt die Jagd auf den Rodewalder Problemwolf mit einer bis Ende Juni verlängerten Abschussgenehmigung fort.

Nach Angaben des Landesumweltministeriums vom Mittwoch wurde der Leitrüde zuletzt am Montag dieser Woche (27.05.) gesichtet. Das Tier streife durch ein bis zu 600 Quadratkilometer großes Gebiet im Kreis Nienburg.

Das Land will den Wolf töten, weil er Schutzzäune für Vieh überwunden und Rinder in einer Herde getötet hatte.

Quelle: NDR Videotext 29.05.2019, S. 123

Abschuss von Wolf leichter möglich

Gesetzentwurf abgesegnet:

Künftig dürfen nach Wolfsrissen auch dann Wölfe geschossen werden, wenn nicht klar ist, welches Tier genau zugebissen hat. Ein Abschuss ist so lange möglich, bis es keine weiteren Risse gibt. Das kann auch bedeuten, dass ein ganzes Rudel geschossen wird. Allerdings muss jeder Abschuss vorher von den Landesbehörden genehmigt werden.

Künftig sollen "ernste Schäden" für Nutztierhalter als Grundlage für eine Genehmigung ausreichen. Bisher musste der betroffene Tierhalter in seiner Existenz bedroht sein.

Agrarministerin Klöckner konnte sich nicht mit der Forderung nach wolfsfreien Zonen durchsetzen. In diesen wäre auch ohne Anlass ein Abschuss von Wölfen möglich. Umweltministerin Schulze hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass dies weder mit deutschen noch mit europäischen und internationalen Artenschutzregeln vereinbar wäre.

Umweltminister Lies (NI): "Es ist sehr positiv, dass der Bund endlich gewillt ist, Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz vorzunehmen, um den Bundesländern mehr Rechtssicherheit bei der Entnahme von problematischen Wölfen zu geben."

Er freue sich, dass die Bundesregelung einige zentrale Forderungen aus Niedersachsen umsetze.

Sowohl Umweltverbände als auch Jäger und der Bauernverband haben den Entwurf kritisiert. Der Umweltverband BUND sprach von einem "Angriff auf das Artenschutzrecht". Der BUND-Experte Olaf Bandt fürchtet, dass es künftig möglich sei, "nach Rissen einfach auf Verdacht das ganze ortsansässige Rudel abzuschießen". Zudem könne sich dies auch auf andere seltene Tierarten wie Eisvogel, Kranich und Fischotter auswirken. Um Probleme mit Wölfen zu vermeiden, drängte der BUND vorrangig auf besseren Herdenschutz.

Das in Deutschland ehemals ausgerottete Raubtier breitet sich seit Jahren vor allem in Ost- und Norddeutschland wieder aus. Während der Deutsche Jagdverband von mehr als 1000 Tieren spricht, geht das Bundesumweltministerium von rund 400 Wölfen aus.

 

Quellen: NWZ 2019-05-23, S. 3

https://www.tagesschau.de/inland/wolf-kabinett-101.html   abgerufen am 22-05-19

NABU NIEDERSACHSEN-PRESSEMITTEILUNG | NR 77/19 | 22. MAI 2019

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Umwelt/Wolf

NABU: Will Landesregierung die Wiederausrottung des Wolfes?

NABU verurteilt illegalen Abschuss des Wolfes im Landkreis Celle

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Hannover – Der am Montag, den 20. Mai 2019 tot aufgefundene Wolf bei Hermannsburg im Landkreis Celle, wurde von einem Unbekannten erschossen. Dies ist bereits der achte, durch Schusswaffen, illegal getötete Wolf in Niedersachsen seit dem Jahr 2000. Die Politik darf illegale Tötungen mit Forderungen nach Abschussquoten und Bestandsregulierungen nicht salonfähig machen!

Der NABU fordert die zuständigen Behörden und Minister auf, entschlossener gegen illegale Wolfstötungen vorzugehen und Täter entsprechend strafrechtlich zu verfolgen. Bislang gab es bundesweit nur drei Verurteilungen – in allen Fällen hatten sich die Täter selbst gestellt. Eine illegale Wolfstötung kann mit einer hohen Geldstrafe, dem Entzug der Waffenbesitzerlaubnis und sogar Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Politik in der Verantwortung

Als besonders verantwortungslos bezeichnete der NABU die Äußerungen von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies zur ‚Lex Wolf‘. In einem Statement lobte er die geplante Aufweichung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG), indem er den Abschuss von Wölfen ohne individuelle Zuordnung befürwortete. „Dies ist eines Umweltministers nicht würdig, denn damit würden auch Tiere abgeschossen, die nie Probleme verursacht haben oder verursachen werden. Genau diejenigen sind es aber, die nicht von einer Verfolgung betroffen sein dürften. Rudelstrukturen durch willkürlichen Abschuss zu zerstören heißt, mehr Weidetierrisse zu riskieren“, sagt Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, „Es sind genau solche unsachlichen Forderungen, die dazu führen können, dass Einzelne glauben, mit der Tötung eines Wolfes auch noch Gutes zu tun. Daher muss langsam die Frage gestellt werden, ob die Landesregierung die Wiederausrottung des Wolfes wünscht?“

 

Statt die Begrenzung der Wolfspopulation zu fordern, muss auch Ministerpräsident Stefan Weil endlich die wissenschaftliche Realität anerkennen, dass seltene große Beutegreifer nicht bejagt werden müssen. Dr. Buschmann betont: „Es zeigt sich, dass Herdenschutzmaßnahmen wirken. Ziel muss es sein, Weidetierhalter schnell, unbürokratisch zu unterstützen und über effektiven Herdenschutz zu informieren, statt immer wieder Bestandsregulierungen zu fordern.“ Es wäre daher wesentlich konstruktiver, sich auf umfassende und bundesweite und vor allem fachlich begründete Standards beim Herdenschutz zu konzentrieren und diese klar zu benennen. Anders als jüngst in Niedersachsen passiert, wo eine fachlich falsche Begründung für eine Abschussgenehmigung angeführt wurde, dass erwachsene Rinder unabhängig von der Rasse, der Behornung etc. als ausreichender Herdenschutz auch für Kälber auf der gleichen Fläche angesehen werden.

 

Der NABU plädiert daher vehement für einen verbesserten und verstärkten Herdenschutz in Niedersachsen.

Wolf nahe Celle illegal erschossen   (NWZ 2019-05-22, S. 1)

Im Kreis Celle in der Nähe von Hermannsburg ist am Montag ein Wolf von einer unbekannten Person illegal erschossen worden. Das tote Tier sei von Passanten gefunden worden. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen, sagte Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen, am Dienstag.

Außerdem wurde bei einem Verkehrsunfall im emsländischen Sögel ein Wolf getötet. Das Tier habe Dienstagfrüh die Straße überquert und sei dabei von einem Pkw erfasst worden, teilte die Polizei mit.

 

Wildernde Hunde töten Schafe    (NWZ 2019-05-10, S. 6) 

Zwei seit Dienstag (07.) vermisste Huskies haben eine Schafherde im Landkreis Nienburg attackiert. Ein Dutzend Schafe wurde getötet oder so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten. Die beiden Hunde wurden zur Beendigung der Angriffe auf die Schafe von einem Jäger erschossen.

(Für mich schwer vorstellbar, dass das reinrassige Huskies waren.)

 

Bauern wollen mehr Schutz vor Wölfen

Bauern und Schäfer übergaben in Hamburg an die Umweltminister von MV, NI, SH und HH ein Positionspapier. Forderung des Hamburger (!1) Bauernverbands: "Wir brauchen eine wirkliche Regulierung der Wolfszahlen." Der Förderverein (!2) der Deutschen Schafhaltung beklagt "die rasante Ausbreitung von Wölfen und die immensen Schäden, die damit einhergehen."

(1) Auf Hamburger Gebiet sind sicher viele Wölfe zu erwarten, weil dort ein "optimales" Habitat für die Art vorhanden ist.

(2) Wie kann man von immensen Schäden sprechen? Schadenausgleichszahlungen liegen noch nicht im 7stelligen Bereich.

Experten kritisieren Wolfs-Abschuss    (NWZ 2019-04-30, S.6)

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Rodewalder-Wolf-Kritik-an-Abschussplan-erneuert,wolf3974.html

Klammheimlich wurde eine erneute Verlängerung des Abschusses von "GW717m" durch den Umweltminister genehmigt.

Der NWZ ist das immerhin noch einspaltig 16 Zeilen wert.

So habe ich dies überhaupt erst erfahren.

Auszug

Ein Wolfsexperte aus dem Wolfscenter Dörverden kritisiert die erneute Verlängerung der Abschussgenehmigung für den Leitrüden "GW717m" des Rodewalder Rudels. Er fragt sich, wieso ein Umweltminister in der Zeit der Welpenaufzucht, an der der Wolfsvater auch beteiligt ist, einen Abschuss genehmigt. Der Experte plädiert für einen Ausbau des Herdenschutzes.

 

Wolf noch immer am Leben    (NWZ 2019-04-23, S. 1)

Auszug aus Bericht

Das niedersächsische Umweltministerium bestätigte, dass der Ende Januar zum Abschuss frei gegegebene Wolfsrüde, Kennung GW717m, noch lebt. Die Suche nach dem Tier gestalte sich in dem ca. 200 Quadratkilometer großen Territorium (Lk Nienburg, Region Hannover und Heidekreis) des Rodewalder Rudels schwieriger als gedacht. Ob eine erneute Abschuss-genehmigung über den 30. April hinaus erteilt wird, wurde vom Ministerium nicht mitgeteilt.

Weniger Angriffe der Wölfe auf Nutztiere (NWZ 2019-03-30, S.5)

Auszug aus dem Artikel

Deutlicher Rückgang der Zahl der nachgewiesenen Nutztierrisse durch Wölfe von 2017 (428) zu 2018 (327); dabei wurden in 302 Fällen Schafe und wenige Ziegen, 15 Rinder, ein Pferd und neun Stück Gatterwild Beute der Wölfe, so der Niedersächsische Land-volkverband. Der Schafbestand in Niedersachsen in 2018 betrug 233.685 Tiere, wovon 0,13% von Wölfen gerissen wurden. "Je nach Rasse und Jahr haben wir jährliche Lämmerverluste von jeweils fünf bis zehn Prozent infolge von Schwergeburten, Totgeburten, lebensschwachen Lämmern usw.", so der Referent für Tier-zucht und Tierhaltung beim Niedersächsischen Landvolk.

Wegen der Angriffe auf Nutztiere fordern das Landvolk und einzelne Tierhalterverbände den Abschuss von auffälligen Wölfen und auch ganzer Wolfsrudel sowie die Einrichtung sogenannter "wolfsfreier Zonen".

Der "böse" Wolf

Die Frist zur "Entnahme" des Leitrüden des Rodewalder Wolfsrudels wurde bis zum 31.03. um 23:59 Uhr verlängert. Der letztinstanzliche Beschluss des OVG, dass es keine Alternative zur Tötung des Tieres gebe, hat weiter Gültigkeit.

Das niedersächsische Umweltministerium spricht aber offiziell nicht mehr von Abschuss, sondern von Tötung. Dies könnte ein Indiz sein, dass der Rüde zunächst betäubt und erst dann per Spritze getötet wird, wenn die Identität sicher geklärt ist.

Quelle: Nordwest Zeitung 2019-03-01, S. 6

Eine sichere Identifizierung des o.g. Rüden kann nur über einen DNS-Abgleich (gene-tisch) erfolgen.  Die Aussage von Umweltminister Lies "Der Wolf hat optische und altersspezifische Merkmale, mit denen wir ihn identifizieren können." (NWZ 2019-03-08, S. 6) bietet keine gesicherte Identifizierung.

Nach meinem Kenntnisstand dauert der genetische Abgleich aber sehr viel länger als eine Betäubung wirkt. Also wird er in einem Käfig aufwachen müssen. Ist er es nicht, muss erneut eine Betäubung erfolgen, um das Tier frei zu lassen. Das Freilassen wird nach meiner Einschätzung nicht geschehen, denn was für ein Aufschrei der Viehhalter und der Anti-Wolf-Bevölkerung wird die Folge sein.

Oder hat schon mal jemand einen Politiker erlebt, der nicht unbedingt an der Macht bleiben möchte und daher stets auf Wählerstimmen schielt? Ist doch auffällig, dass der Technokrat O. Lies, seit er Umweltminister ist, einen Bart trägt. Tragen alle sich pro Natur Einsetzenden einen Bart?

OVG: Abschuss des Wolfs ist rechtens

Quelle: Nordwest Zeitung 2019-02-23 S. 5

Gnadenfrist für Wolf verlängert

Am Dienstag (19.02.) wurde Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungs-gerichts (VG) beim OVG eingelegt. Bis Freitag (22., 14 Uhr) wird der zum Abschuss frei gegebene Rodewalder Rüde nicht geschossen. Dies hat das NLWKN dem OVG zugesichert. Das OVG strebt eine zügige Entscheidung über die Beschwerde an.

Quelle: Nordwest Zeitung 2019-02-22, S. 6

 

 

Wolfs-Abschuss genehmigt

Die Justiz, das VG in OL, hat den Leitrüden des Rodewalder Rudels zum Abschuss freigegeben. "Das NLWKN hat überzeugend dargelegt, dass die strengen Voraus-setzungen für eine rechtmäßige Abschussgenehmigung vorliegen." (Zitat) Dem Leitrüden des Rudels im Landkreis Nienburg konnten nach Angaben des Ministeriums (für Umweltschutz, d. Verf.) mehr als 40 Risse von Nutztieren genetisch nachgewiesen werden, darunter bis zu drei Ponys, ein Alpaka und bis zu zehn Rinder.

Quelle: Nordwest Zeitung 2019-02-16  S.1

 

Ein Abschuss ist unter diesen Umständen wohl gerechtfertigt. Den Wahrheitsgehalt wird das VG geprüft haben.

Mir stellen sich zumindest zwei Fragen:

1. Wird der frei gegebene Wolf zweifelsfrei erkannt? Er trägt keinen Sender; seine amtliche Bezeichnung "GW717m" und auch sein Spitzname "Roddy" sind nicht ablesbar.

2. Wer wird den finalen Schuss abgeben, ein Jäger oder ein Sniper der Polizei?

 

Über das Aufspüren des Tieres/Rudels mache ich mir keine Gedanken. Der Standort ist sicher bekannt. Man möge sich an den Bär Bruno in Bayern erinnern. Über zwei Wochen laufen Finnen mit ihren Bärenhunden durch die Berge und keine Spur. Dann wird der Bär am Tag X zum Abschuss frei gegeben und am Tag Y geschossen. Die Bayern haben genau gewusst, wo der Bär steckt. Die Finnen sollten ihn doch gar nicht finden, denn dann wäre er ja nur betäubt worden, wäre am Leben geblieben. Er sollte aber geschossen werden und ein Bär in Bayern muss doch von einem Bayern geschossen werden!

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Aktualisiert am:

12.11.2019

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